Geburtshaus von Félix Kir

Félix Kir, am 22. Januar 1876 geboren, ist das jüngste von fünf Kindern. Sein Urgroßvater väterlicherseits, Sébastien Curé, stammte aus Lothringen und musste während der Revolution seinen Namen ändern. So ließ er sich zu Anfang des 19. Jahrhunderts unter dem Namen Sébastien Kir in Alise St. Reine nieder.

Sein Vater, Jules Kir, ist Perückenmacher, d.h. Frisör, Barbier und Landarzt zugleich. Seine Mutter, Anne Lapipe, stammt aus dem Dorf und widmet sich mit Autorität Haushalt und Kindererziehung.

Als herausragender Schüler der Gemeindeschule besucht Félix bald das Priesterseminar in Dijon. Dort erhält er am 20. Juni 1901 die Priesterweihe in der Kathedrale Ste Bégnigne durch seinen Bischof Le Nordez. Am nächsten Tag zelebriert er bereits sein erste Messe in Alise.

 Er ist später im Notre-Dame de Dijon, dann Pfarrer in Bèze, und auch in Nolay. 1928 wird er von seinem Bischof nach Dijon berufen und wird Diözesan des Katholischen Verbands. Zum Domherr (Bischofsberater)ernannt, bereist er die Côte d’Or für seine religiös-politischen Vorträge und wird stellvertretender Chefredakteur der Katholischen Zeitung “Le Bien du Peuple“.

Dank seiner Vergangenheit als Widerstandskämpfer und seine Beliebtheit, noch verstärkt durch ein missglücktes Attentat im Jahre 1945 wird er im Alter von 69 Jahren zum Bürgermeister von Dijon gewählt. Diese Stelle behält er bis zu seinem Tod 1968. 

Als vielschichtige und hochinteressante Persönlichkeit, die sich nicht scheute, sich auch über sich selbst lustig zu machen, gab Kir dem international bekannten Apéritif aus Weißwein und Johannisbeerlikör (den er selbst gerne seinen Gästen anbot) seinen Namen.

 Félix Kir verstarb am 25. April 1968 in Dijon, und wurde auf dem Friedhof seines Geburtsortes beigesetzt. Sein Bildnis ist an der westliche Außenwand der Kirche St. Léger, deren Wohltäter er war, zu sehen.